Krake HSV holt Djordjic

Das Wichtigste zuerst: Mich interessiert eure Meinung – was denkt ihr zum Wechsel von Petar Djordjic zum HSV Hamburg? Traurig? Normales Profi-Geschäft? HSV-Hass? Ist mit Olufur Gustafsson möglicherweise schon der geeignete Nachfolger gefunden?

Mich hat es vor vielen, vielen Jahren zum ersten Mal traurig gemacht, dass ein Profi aufhörte, für “meinen” Verein zu spielen. Der Anlass war aber auch besonders tragisch -  Stürmer Maurice Banach vom 1. FC Köln kam in den 1990ern bei einem Autounfall ums Leben. Schlimm. Dann verließ irgendwann Pierre “Litti” Littbarski den Club. Das war auch nicht schön.

Richtig schmerzhaft wurde es aber erst wieder einige Jahre später, als Blazenko Lackovic und Marcin Lijewski von der SG Flensburg-Handewitt zum HSV Hamburg wechselten. Dann Oscar Carlen. Und sein Vater, aber um den war es nicht so schade. Auch nicht um Dan Beutler. Der hatte zwar auch vielfach begeistert, aber da war schnell klar, dass man ihn sportlich ersetzen konnte. Und, ach,  Stefan Schröder war ja auch noch dabei.

Hamburg ist ein Krake, die immer noch einen langen Arm frei hat, sich einen Spieler von der SG zu angeln. Die Saugnäpfe tragen das Euro-Zeichen. Das muss man akzeptieren. Die Aussagen von Dierk Schmäschke zu diesem Thema sind eindeutig. Die Fan-Gesänge, die im Wesentlichen aus “Scheiße!” und “Arschlöcher!” bestehen, wenn es gegen den HSV geht, auch.

Ich persönlich glaube Petar Djordjic, dass ihm die Zeit in Flensburg wichtig ist. Ich möchte auch glauben, dass ein 22-jähriger Spieler wie Petar nicht nur dem Geld nachrennt, und dass er tatsächlich ernsthaft überlegt hat, in Flensburg zu bleiben. Hier, werden wir Flensburger immer sagen können, ist aus dem Handball-Jungen ein Handball-Star geworden. Durch unseren Ljubomir Vranjes.

Aber was ich ganz bestimmt glaube, ist, dass es Dierk Schmäschke und Ljubomir Vranjes gelingen wird, dass die SG auch in der kommenden Saison zwei starke Halblinke im Kader hat. Olafur Gustafsson schreibt ja gerade von Spiel zu Spiel an seiner Bewerbung.

Eine weitere gute Nachricht: Wahrscheinlich werden wir noch ein paar Tore von Petar in der heißen Phase der Saison sehen und vielleicht helfen sie ja auch noch dabei, dass diese Saison so erfolgreich wird wie die vergangene – oder erfolgreicher.

In jedem Fall wird die Stimmung in Spielen gegen den HSV heiß bleiben und jeder Sieg gegen die reichen Handball-Römer in unserem kleinen – und ein bisschen gallischen – Handballdorf noch länger gefeiert werden.

Und das ist doch eine schöne Aussicht – oder?

Steffen Kahl

 

 

Was wird aus Petar Djordjic?

Böse, böse Hamburger! Größere Stadt, größere Halle und größerer Geldbeutel. Kann man die Spieler noch zählen, die es von der Förde an die Elbe, vom Holm zur Schanze, von der SG Flensburg-Handewitt zum HSV Hamburg zog? Stefan Schröder, Dan Beutler, Marcin Lijewski, Blazenko Lackovic, Oscar Carlen – schon heute ist es fasst  eine komplette Weltklassemannschaft, die man allein mit diesen Transfers aufstellen könnte. Die große Frage ist: Wird Petar Djordjic der nächste sein?

Die Fakten: Der Vertrag zwischen der SG Flensburg-Handewitt und Petar Djordjic endet im Sommer. Fakt ist auch das Interesse des HSV. Und: Der Draht von Petar und seinem Vater zum HSV ist gut. Offene Geheimnisse im Zusammenhang mit der Personalie Djordjic sind: Es gibt mehrere weitere interessierte Vereine. Die SG will Petar aber halten. Und der Verein würde sich finanziell sicherlich auch sehr strecken, um das möglich zu machen. Aber leider zeigt die Vergangenheit, dass das schon häufig nicht reichte.

Was könnte noch für einen Verbleib bei der SG sprechen? Vielleicht findet Petar die Vorstellung gut, sich in Flensburg noch eins, zwei Jahre in Ruhe weiter zu entwickeln. Ohne den Rummel am Medienstandort Hamburg. Auch Trainer Lubomir Vranjes könnte für die SG sprechen. Seine Arbeit wird von allen Experten und Spielern hoch geschätzt – kann Martin Schwalb da mithalten?

Manager Dierk Schmäschke sagte heute übrigens nur so viel: “Die Gespräche laufen, und solange sage ich nichts.”

Steffen Kahl