Gustafsson bleibt zwei Jahre

Legt sich weiter ins Zeug für die SG: Olafur Gustafsson.

Nach den Verpflichtungen von Jim Gottfridsson, Hampus Wanne und Bogdan Radivojevic ist auch die Besetzung der letzten vakanten Position vollzogen. Olafur Gustafsson wird der SG Flensburg-Handewitt über das Saisonende hinaus treu bleiben – sein Vertrag wurde bis zum 30.06.2015 verlängert. In den letzten Partien überzeugte der isländische Nationalspieler nicht nur in der Abwehr, sondern konnte auch offensiv Akzente setzen. Besonders im Heimspiel gegen die HSG Wetzlar und im Auswärtsspiel gegen Gorenje Velenje ließ er sein Wurfpotential aufblitzen und konnte sich insgesamt 12 Mal in die Torschützenliste eintragen. Dies blieb auch anderen Vereinen nicht verborgen, ließ SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke verlauten.

Entsprechend zufrieden zeigt sich Trainer Ljubomir Vranjes: „Olafur hat sich in seiner Zeit bei der SG durch enormen Willen ausgezeichnet und erhebliche Fortschritte gemacht. Außerdem ist er charakterlich schon sehr stark. Er ist jung und hat noch viel Potential. Ich freue mich auf seine weitere Entwicklung und die Zusammenarbeit mit ihm.“

Aber auch der 24-jährige isländische Nationalspieler ist zufrieden: „Bei der SG zu spielen, ist mehr als nur eine Chance. Ich werde alles geben, um mich weiter zu entwickeln und eine feste Größe in der Mannschaft zu werden. Ich bin stolz und freue mich darauf, zu lernen, aber auch darauf, in der stärksten Liga der Welt zu bestehen.“

SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke zeigte sich hocherfreut: „ Mit der Verpflichtung von Olafur haben wir unsere Personalplanung vorerst abgeschlossen und setzen die Verjüngung unserer SG weiter fort. Olafur ist für sein Alter sowohl in der Abwehr als auch im Angriff schon sehr komplett, hat aber noch viel Potential nach oben. Er passt sehr gut in unser Team, das hat er hat in seiner bisherigen Zeit bei der SG bewiesen.“

Dass er sich die Vertragsverlängerung quasi selbst zum Geburtstag geschenkt habe, wollte Schmäschke nicht bestätigen: “Nein, so ist das nicht – aber ich freue mich! Neben seinen sportlichen Fähigkeiten passt Olafur auch charakterlich gut in unser Team!”

Gustafsson unter der Lupe

Kurz war ein bisschen Aufregung entstanden. Auslöser war ein Post auf der Facebook-Seite von SG Inside. Und ein Link. Und ein Artikel, der nahelegte, dass Borut Markovseck neuer SG-Spieler für den linken Rückraum bei der SG Flensburg-Handewitt werden würde.

Das stimmt so nicht. Dierk Schmäschke sagte zu dem Thema, dass der slowenische Spieler interessant sei, durchaus auch eine Option. Aber nur eine von mehreren. “In den nächsten Tagen wird sich da definitiv nichts entscheiden”, sagte Schmäschke.

Und er sagt auch, dass Olafur Gustafsson durchaus eine Option für die Zukunft sei. “Wir versuchen grundsätzlich natürlich gerne, jemanden, der gut ist, den wir kennen und der zu uns und in die Mannschaft passt, zu halten.”

Olafur Gustafsson muss sich wohl noch beweisen. Er hat sich in seiner kurzen Zeit in Flensburg einige Sympathien erarbeitet, galt schnell als guter Abwehrspieler und zeigte auch, dass er vorne im Angriff ein guter Schütze sein kann, jetzt liegt es aber – wenn ich die Aussage von Dierk Schmäschke richtig verstehe - daran, ob er sich in der täglichen Trainingsarbeit mit seinen Kollegen und Ljubomir Vranjes und während seiner Einsätze in den Spielen als verlässliche Größe erweist.

Die Championsleague-Partie gegen Belgrad bietet dazu die nächste Möglichkeit – und Trainer und Geschäftsführer werden genau hinsehen.

Steffen Kahl

SG-Stimmen zur WM

Olafur Gustafsson: Der Halblinke ist mit Island im Achtelfinale knapp an Frankreich gescheitert. Dass Island insgesamt, und er insbesondere, eine gue WM gespielt haben, will er nicht hören. Er sei “dissappointed”, das Team und er wollten weiterkommen. Ja, es war zwar Pech, dass zum Beispiel Alexander Petterson sich verletzt hat, aber das solle sich nicht wie eine Entschuldigung anhören. Olafur ordnet die WM für sich als wichtige Erfahrung ein. Die Mischung aus Toren und Fehlern war seiner Meinung nach insgesamt “a good lesson” und das erste große internationale Turnier “a absolut positive experience.” Bei der Frage nach seiner Gesundheit, fällt Olafur schon ins Deutsch: “Viel besser!”

Holger Glandorf: Hat die Spiele nach Möglichkeit geguckt. Schrieb sich ein paar Nachrichten mit Steffen Weinhold, gratulierte ihm zu seinen Leistungen. “Ich fand Steffen hat das richtig gut gemacht. Schön, dass er seine gute Form aus Flensburg mit nach Spanien genommen hat.” Auch die deutsche Nationalmansnchaft insgesamt hat Holger überzeugt: “Ich finde man hat gesehen, dass man mit Einstelllung und Leidenschaft viel erreichen kann. Die Mannschaft ist auf einem richtig guten Weg.” Und auch auf die Frage, ob Nationalmannschaft und Glandorf wieder zueinander finden, hat er eine Antwort: “Ich hatte und habe viel Lust auf die Nationalmannschaft. Ich werde mich mit meinen Leistungen anbieten, der Bundestrainer entscheidet dann.”

Jakob Heinl: Er gehörte nur kurz zum Kreis der Nationalspieler. Guckt jemand, der derzeit nicht mehr berücksichtigt wird, vielleicht aus Frust gar nicht mehr hin, wenn die Nationalmannschaft spielt? “Natürlich guck’ ich! Und ich hoffe einfach, dass ich irgendwann wieder dabei bin!” Auch Jakob ist während der WM in Kontakt mit Steffen Weinhold geblieben, auch er findet, dass er “richtig gut gespielt” hat.

Ljubomir Vranjes: Für den Trainer hat die WM eine besondere Bedeutung. Das heutige Hallentraining verlegte er auf neun Uhr vor, damit er es rechtzeitig zum Flughafen schafft – das erste Halbfinale erlebt er schon live vor Ort in Spanien, bleibt übers Wochenende. Was genau macht er da? “Ja, was mache ich da? Ich werde arbeiten! Bei solchen Endspielen trifft sich ja die ganze Handballwelt, Menschen von allen möglichen Vereinen, auch Agenten oder Spielervermittler. Ich habe viele Kontakte, und dieses Netzwerk werde ich pflegen. Dabei geht es viel um die Zukunft der SG. Da denke ich langfristig, so auf 5 oder sechs Jahre bezogen. Aber mehr kann ich nicht sagen!”

Thomas Mogensen: Der Spielmacher zum Halbfinal-Abend mit dänischer Beteiligung. “Ich freue mich auf heute Abend. Dänemark gegen Kroatien – das wird ein Riesen-Handballspiel!” Vor den Kroaten hat er viel Respekt. “Das wird das mit Abstand schwerste Spiel für Dänemark bis jetzt. Die Kroaten haben eine gute Spielanlage, sind sehr schnell und das obwohl sie auch so eine starke Physis haben. Die sind richtig gut!” Seine Entscheidung, Pause von der Nationalannschaft zu machen bereut er nicht. Super sei es gewesen, mal drei Wochen frei zu haben, zu Kräften zu kommen, den Kopf frei zu bekommen und Zeit für die Familie zu haben.”Das war super!”, sagt er noch ein Mal. Und: “Es hat sich gelohnt – jetzt ist wieder viel Motivation da, jetzt kann ich wieder 110 Prozent geben. Und ich will immer alles geben.” Eine kleine Einschränkung hat er dann aber doch: “Wenn Dänemark im Finale steht, werde ich mich vielleicht über meine Entscheidung ärgern. Aber das ist nur ein Tag, gegenüber vielen, an denen sich das gut angefühlt hat.”

 

Man of the match: Olafur Gustafsson

Es ist wieder sünde für Holger Glandorf. Er hat gestern gegen den TV Neuhausen ein Bomben-Spiel gemacht. Elf Tore gelangen ihm mit einer von Anfang an hoch engagierten Vorstellung. Das ist aller Ehren wert.

Aber gestern konnte man einfach nicht übersehen, das die fast 5000 Zuschauer auf den Auftritt von Neuverpflichtung Olafur Gustafsson ganz besonders neugierig waren. Gezeigt hat sich das besonders bei Olafurs erstem von zwei Toren zum 24:16: Da stand die Halle komplett auf und klatschte und schrie seinen Namen. Stehende Ovationen, die so viel sagten wie “Klasse Tor, super, dass Du da bist, schön, dass Du uns hilfst, die schwierige Situation mit den ganzen Verletzten zu meistern. Und: Willkommen in Flensburg!”

In der Pressekonferenz nach dem Spiel schwärmte Ljubomir Vranjes geradezu von Gustafssons Leistung: Das war doch super, wenn man bedenkt, dass er erst ein paar Tage in der Stadt ist, noch kein Deutsch spricht und effektiv nur eine Stunde zusammen mit uns Handball trainiert hat. Man hat gesehen, dass er uns helfen kann!”

Deswegen – sorry Holger - war Olafur gestern mein man of the match.