Man of the Match: Holger Glandorf

Offensiv und defensiv “Mister Zuverlässig”: Holger Glandorf.

Auf Holger war Verlass. Nein, auf Holger ist Verlass. Seit zwei Jahren nun fast. Egal ob Holger Glandorf gerade im engeren Sinne Nationalspieler ist oder nicht, ob er sich aus einem sportlichen Tief – wie bei seinem vorherigen Verein Lemgo – oder aus einer Verletzungspause - während der auch das Karriereende im Raum stand -zurückkämpfen muss: Holger gibt hundert Prozent für die SG Flensburg-Handewitt. Mit begeisterndem Erfolg. Neun Mal konnte man sich zuletzt beim Spiel der SG gegen Velenje, in dem in der zweiten Halbzeit auch ein Ausscheiden aus der Championsleague realistische Züge annahm, über seine Offensivaktionen jubeln: Schnelle Bewegungen im Zweikampf, im Sprung und beim Wurf mit den vielzitierten langen Hebeln. Immer wieder ging ein Raunen gefolgt von einem Sturm der Bewunderung durch die Flens-Arena, wenn seine harten Würfe aus zehn Metern in den Winkel krachten, ihren Weg über den Innenpfosten ins Tor oder per Aufsetzer am Torwart vorbei fanden. Neun Mal ist Holger mit weit ausgestreckten Armen, geballten Fäusten und Freudenschreien zurück in die eigene Hälfte gerast, um sofort wieder in der Abwehr seinen Mann zu stehen.

Als es brenzlig wurde, zog Holger so den Championsleague-Karren so aus dem Dreck. Holger ist zuverlässig, Holger begeistert, Holger ist Flensburg. Und ganz nebenbei ist er auch unser Man of the Match.

Steffen Kahl

 

 

 

Man of the match: Olafur Gustafsson

Es ist wieder sünde für Holger Glandorf. Er hat gestern gegen den TV Neuhausen ein Bomben-Spiel gemacht. Elf Tore gelangen ihm mit einer von Anfang an hoch engagierten Vorstellung. Das ist aller Ehren wert.

Aber gestern konnte man einfach nicht übersehen, das die fast 5000 Zuschauer auf den Auftritt von Neuverpflichtung Olafur Gustafsson ganz besonders neugierig waren. Gezeigt hat sich das besonders bei Olafurs erstem von zwei Toren zum 24:16: Da stand die Halle komplett auf und klatschte und schrie seinen Namen. Stehende Ovationen, die so viel sagten wie “Klasse Tor, super, dass Du da bist, schön, dass Du uns hilfst, die schwierige Situation mit den ganzen Verletzten zu meistern. Und: Willkommen in Flensburg!”

In der Pressekonferenz nach dem Spiel schwärmte Ljubomir Vranjes geradezu von Gustafssons Leistung: Das war doch super, wenn man bedenkt, dass er erst ein paar Tage in der Stadt ist, noch kein Deutsch spricht und effektiv nur eine Stunde zusammen mit uns Handball trainiert hat. Man hat gesehen, dass er uns helfen kann!”

Deswegen – sorry Holger - war Olafur gestern mein man of the match.

 

Man of the match: Thomas Mogensen

Okay, Glandorf war stark, sehr stark in der Championsleague-Partie der SG Flensburg-Handewitt gegen den HSV Hamburg. Er war mit sieben Toren der beste Torschütze, machte drei wichtige Tore in der Schlussphase und nach jedem seiner Treffer schossen Torjubel, Kampfgeist und Entschlossenheit aus ihm heraus, wie die heiße Lava aus einem ausbrechenden Vulkan.

Und Lasse Svan Hansen hatte auch einen Sahne-Tag, keine Frage. Fünf blitzsaubere Treffer. Kaum Fehler, wenn überhaupt einer. Dennoch hat mich Thomas Mogensen gestern ganz besonders beeindruckt. Und zwar wegen mehrerer Spielszenen:

Die erste lag in Halbzeit eins. Thomas kann sich nach einem schnellen Angriff der SG direkt vom Kreis abschließen. Eine Situation, in der ich schon vor dem Wurf meine zu wissen, wohin er werfen wird. Lange Ecke und halbhoch. Die Bestätigung: Auch Dan Beutler hat diese Ahnung, macht diesen Bereich des Tores mit Fuß, Bein, Arm und allem was er hat, komplett zu, hält den Ball.

Zweite Szene: Auswechslung von Thomas. Mitte der zweiten Halbzeit. Die SG hat gerade einen Vier-Tore-Vorsprung verspielt. Auch weil Thomas mehrere Fehler gemacht hat. “Mogensen!” und “Mann! Mogensen!”, hadern entnervte Zuschauer auf der Tribüne. Es ist ein Moment, an dem der Lack des Spielmachers gewaltig bröckelt. In dem der Spielmacher als solcher infrage steht. Ein Moment, in dem viele kaputtgehen würden. Aber nicht Thomas Mogensen!

Nach wenigen Minuten auf der Bank mischt er wieder mit und macht in der heißen Phase des Spiels zwei wichtige Tore. Und das, lieber Thomas, war nicht nur enorm wichtig für eine erfolgreiche Premiere in der Flens-Arena, sondern das war von dir richtig, richtig stark!

Steffen Kahl