Da waren einige Aussagen dabei, die richtig saßen. Im Sport1-Interview vor der Übertragung der Partie Tus Nettellstedt-Lübbecke gegen die SG Flensburg-Handewitt. Er habe schließlich nicht nur einen Knochenbruch, sondern Probleme mit dem Herzen, verteidigte Holger Glandorf seine Absage an Bundestrainer Martin Heuberger für die WM-Absage.
Geschäftsführer Dierk Schmäschke stellte klar, dass sich die SG – entgegen der nur teilweise zurückgenommenen, öffentlich verbreiteten Einschätzung des Fernseh-Experten Stefan Kretschmar – nicht grundsätzlich gegen Einsätze ihrer Spieler für Nationalteams wehre. Eggert, Svan-Hansen, Gustaffson, Weinhold werden die WM schließlich spielen. Nominierungen vorausgesetzt. Das grundsätzliche Problem sei, dass die Fülle an Pflichtspielen für Spieler, die Bundesliga, Pokal, Champions League und Nationalmannschaft spielen, ungesunde Ausmaße habe.
Stefan Kretschmar mochte zwar – auch während der Kommentierung des Spiels - nicht ganz aufhören zu stänkern, pflichtete Dierk Schmäschke aber bei. Und dann ging er einen interessanten Schritt weiter: Wenn alles Reden nichts nutze, müssten die Bundesliga und der DHB eben mal eine Saison alle internationalen Wettbewerbe boykottieren. Solidarität war für Kretschmar das Stichwort, die hätten so gewaltige Einflussmöglichkeiten.
Heute sagte Dierk Schmäschke dazu: “Die Idee eines Boykotts kommentiere ich nicht. Aber ich denke, dass es höchste Zeit ist, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen. Vereine, Bundesliga, EHF, IHF. Die Termine müssen reduziert werden. Das heißt, die großen internationalen Wettbewerbe Europameisterschaft und Weltmeisterschaft, aber auch vielleicht auch die Bundesliga. Wir spielen in Deutschland mehr Spiele als andere Ligen.”
Wichtig war ihm, noch ein Mal klarzustellen, dass der öffentliche Vorwurf, die SG verbietet Spielern für ihre Nationalmannschaften zu spielen, nicht stimmt. “Das haben wir ncoh nie gemacht. Die Spieler - auch Michael Knudsen und Thomas Mogensen – entscheiden selbst, ob sie diese Einsätze auf sich nehmen.” Ansonsten, so Schmäschke, sei zu dem Thema WM-Absagen mittlerweile alles gesagt.
Das Pokal-Los findet er positiv: “Gegen die Rhein-Neckar-Löwen wird es schwer. Aber ich denke, wir haben dann eine volle Halle – und die werden wir auch brauchen, die Unterstützung von den Fans.” Auch einen Tag nach dem Spiel im Münsterland ist der Geschäftsführer von der Leistung der Mannschaft begeistert: “Das ist nach wie vor großartig, wie die Mannschaft sich durch die schwierige Zeit durchkämpft. Eine glatte Eins!”
Steffen Kahl