Koch kurios ist umgezogen

koch kurios umzug

Ab und zu braucht man einfach einen Tapetenwechsel. Die blau-grün-braun-gestreifte ist schon wieder alt – die Kochdünste haben ein Übriges getan. Da fanden wir Kuriosköche einen schönen neuen Platz zum Koch-Schreiben in der shz.de-WG. Dort brutzeln wir neue Kuriositäten und bewährte Klassiker. Unsere neue Adresse: www.shz.de/freizeit/kochen-kurios

Für immer vegan

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Claudia isst jetzt nur noch vegan.

Vegane Kost – ist das alltagstauglich? Unsere Kollegin Claudia Resthöft hat es ausprobiert – und is(s)t begeistert von Mango-Tomaten-Zwiebel-Salat und – ja, echt – Mett!

Wie schnell die Zeit vergeht. Mein veganes Experiment ist nun schon seit Wochen vorbei. Beziehungsweise hat sich das Experiment in meinen Alltag verwandelt. Denn ja, ich lebe weiterhin vegan. Jedenfalls zu 95 Prozent. Die letzten fünf Prozent lasse ich mir als Hintertür offen, etwa wenn ich bei Freunden eingeladen bin.

Denn ich fühle mich wirklich gut. Gehungert habe ich während der vergangenen Wochen gar nicht – oder höchstens, wenn ich bei einem langen Termin keinen Müsliriegel dabei hatte. Vollgefressen habe ich mich im Gegensatz aber auch nie gefühlt. Sondern immer angenehm gesättigt.

Zum Beispiel von einer leckeren Scheibe Vollkornbrot mit veganem Mett.

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Hört sich schräg an und ist es auch. Das Rezept habe ich bei einem veganen Straßenfest in Eckernförde bekommen und es eigentlich nur meinem Mann zuliebe ausprobiert. Da ich nicht so viel von Fleisch-Ersatzprodukten halte wird es das Mett zwar nicht so oft bei uns geben. Aber ich werde bestimmt versuchen, den ein oder anderen Besucher damit reinzulegen.

Das Rezept:

Zutaten:

100 Gramm Reiswaffeln (nicht die mit Schokolade!)

1 Zwiebel

Ca. 100 Gramm Tomatenmark

Hackfleischgewürz

Pfeffer

Die Reiswaffeln ganz klein bröseln. Das Tomatenmark (nicht zu viel, sonst schmeckt es zu tomatig) in etwa 200 ml Wasser auflösen, mit dem Hackfleischgewürz und dem Pfeffer würzen. Anschließend mit den Reiswaffelbröseln und der kleingehackten Zwiebel vermischen und einige Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Sollte das Mett zu trocken sein, einfach ein wenig Wasser dazugeben.

Schmeckt natürlich nicht wie richtiges Mett, aber mit ein wenig Übung kommt sein Geschmack dem des Originals ziemlich nahe.

In den vergangenen Wochen habe ich eine Vorliebe für Salate entwickelt. Einer meiner Favoriten ist Kichererbsensalat mit Staudensellerie, Gurke und Tomate. Schmeckt superlecker und ist nebenbei eine gute Möglichkeit meinen Eiweißbedarf zu decken.

Vor einigen Tagen entdeckte ich ein Rezept, bei dem ich nie gedacht hätte, wie lecker die Zutaten gemeinsam schmecken könnten: Mango-Tomaten-Zwiebel-Salat

Mangosalat

Einfach ganz nach Lust und Laune Mango, Zwiebelringe und Tomatenstückchen mischen, Saft einer halben Limette dazu und salzen und pfeffern. Wer mag kann auch ein wenig Chili dazu geben (er sollte nur nicht vergessen, dass er sie mit rein getan hat. So wie ich kürzlich bei der Arbeit. Zum Glück probierte mein Chef vor mir).

Oh, und sollte sich jemand gefragt haben, wie sich mein veganes Experiment auf mein Gewicht ausgewirkt haben, dem kann ich sagen: Ich bin etwa 1,4 Kilogramm leichter geworden. Und habe um viel Lebensfreude zugelegt.

Brausejoghurt

Brause1Fundgrube Supermarkt: Da schlendere ich nichts Böses ahnend am Kühlregal entlang – und was muss ich entdecken?

Brausejoghurt!

Mit vollem Namen: Joghurtzubereitung mit Waldmeistergeschmack und Brausekugeln in weißer Schokolade.

“Potzblitz, wie mutig”, dachte ich mir und nahm auch gleich eine Kostprobe mit ins Büro.

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Mutig war es dann auch, diese Kuriosität zu probieren. Am Ende saßen wir zu Dritt zusammen und haben mit schmerzverzerrten Gesichtern aus einem Joghurtbecher gelöffelt, dessen Inhalt eher mehr zu werden schien, als weniger.

Gibt es etwas, was noch schlecher zusammenpasst als Joghurt und Brausepulver? Im Moment fällt mir wirklich nichts ein …

 

Frühstück in Aspik

Ein opulentes Frühstück in Struxdorf-Hollmühle (gleich neben Schnarup-Thumby). Auf dem Tisch steht wirklich alles, was die Genießerseele braucht: Fünfminuteneier, selbstgemachte Marmeladen, frischer Wurst- und Käseaufschnitt, warme Brötchen, Latte macchiato mit extra viel Milchschaum und … dunkler Wackelpudding?

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„Nein, das ist Aspik – hab ich selbstgemacht“, klärt mich die Hausherrin auf, als sie meinen irritierten Blick bemerkt. Auf meine Frage, wozu das denn gut sei, kommt die prompte Antwort:„Kennst du das nicht? Hab ich in Hamburg das erste Mal probiert. Kann man dort beim Schlachter kaufen und schmeckt total lecker, wenn man es auf dem Fleisch verteilt. Probier mal!“ Tatsächlich – würzig, deftig, gut. Nur die Konsistenz ist gewöhnungsbedürftig.

 

Aspik oder Bratengelee für Fleischaufschnitt jeglicher Art ist übrigens schnell gemacht. Wer selbst gekochte Fleischbrühe zur Verfügung hat, ist geschmacklich sowieso auf der Gewinnerseite.

Zutaten:
Maggiwürze aus dem Fläschchen
10 bis 12 Blatt weiße Gelatine
1 l kräftige Fleischbrühe (Instantbrühe ist auch in Ordnung)

Zubereitung:
Die Brühe (wenn es frische ist, nicht vergessen, sie zu entfetten) kräftig mit Maggi würzen und aufkochen.
Gelatine fünf Minuten in kaltem Wasser einweichen, anschließend gut ausdrücken. In einem Teil der warmen Brühe auflösen und dann zu der restlichen Brühflüssigkeit geben. Umrühren und abkühlen lassen. In kleinen Formen im Kühlschrank aufbewahren.

Basilikumkunst für Johannisbeermodels

Johannisbeere am Strauch neu

Der Strauch der Erkenntnis: Der roten Schönheit fehlen innere Werte. Doch die Kuriosköche geben der Johannisbeere Nachhilfe in Sachen Geschmack. ir

Wer hat eigentlich die Rote Johannisbeere erfunden? Und warum? Hübsch ist sie ja. Rot, prall und leuchtend lockt sie uns in den Garten zum Naschen. Doch sobald wir sie in den Mund stecken, zeigt die Schöne ihre wahre Natur: Sie ist sauer und voller dicker Kerne – und so werden wir fast aus dem Naschparadies vertrieben.

Auch mit Zucker zur Marmelade versüßt bleibt das Früchtchen so fad und nichtssagend wie Heidi Klums Möchtegern-Topmodels. Sie braucht also etwas Nachhilfe, um nicht nur dem Auge, sondern auch dem Gaumen zu gefallen. Unnötig zu erwähnen das unser Garten-Model danach für den Massenmarkt nicht mehr taugt.

 

 

 

 

Für unser Make-over suchen wir uns professionelle Hilfe im Internet. Bei essen & trinken online werden wir fündig. Und das sind die entscheidenden Zutaten für den Imagewechsel der Roten Johannisbeere:

Wir backen Basilikum-Törtchen mit Johannisbeerbaiser und zwar nach diesem Rezept. Da wir nur 10-Zentimeter-Förmchen haben, nehmen wir noch eins mehr. Der Teig ist ratzfatz gemacht. Nach der Kühlzeit lässt er sich gut ausrollen. Nicht zu dünn, denn da sind die guten Sachen drin – Basilikum und Limette. Nach dem Blindbacken rühren wir noch die Baisermischung an; auch das geht nach der e&t-Anleitung problemlos. Noch 20 Minuten im Ofen, dann sind die Kuchen perfekt.

Basilikum-Johannisbeer

Basilikum-Törtchen mit Johannisbeerbaiser ir

Und was meint das Publikum zu unserem ganz eigenen Johannisbeer-Model?

Die einen sagen so, die anderen sagen so. Um genauer zu sein: Ich sage: “Buttrig-limettiger Kräuterteig mit frischen Früchtchen und süßem Baiser ist schmackofatz!” Er sagt: “Das schmeckt komisch.” Der andere Er sagt: “Lecker.”

Man kann es nicht allen recht machen. Aber aus eigenwilligen Schönheiten kann doch noch große Kunst werden.

 

 

Plötzlich vegan – und was sagt der Ehemann dazu?

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Claudia isst neuerdings vegan.

Seit meine Umgebung von meinem Vegan-Experiment weiß, machen sich einige Leute Sorgen. Allerdings nicht um mich (oder höchstens um meine geistige Gesundheit). Nein, sie haben Angst um meinen Mann. Ob der Arme denn jetzt etwa auch vegan essen müsse… Ich kann an dieser Stelle alle beruhigen: Er bekommt auch weiterhin seine Salami aufs Brot und seine Würstchen auf den Grill. Will er aber in den letzten Wochen immer weniger, worüber ich mich natürlich sehr freue.

Erstaunlicherweise habe ich auch nach rund drei Wochen noch immer kein Verlangen nach Milch oder Käse. Vielleicht liegt es daran, dass ich sowieso nicht viel Brot esse. Probleme aber lauern in anderen Ecken. So finde ich etwa Tierprodukte in Lebensmitteln, bei denen ich sie absolut nicht erwartet hätte. Ich hätte jedenfalls nie Honig in einer tiefgefrorenen Gemüsepfanne erwartet.

Überhaupt ist Honig ein Problem. Ich finde ihn auch in Zwieback und Fruchtriegeln. Also lese ich derzeit bei vielen Produkten erst einmal die Zutatenliste durch, was den Einkauf erheblich verlängert.

Nun aber zu dem, was die meisten Leser vermutlich am meisten interessiert: Wovon ich mich ernähre. Das sind derzeit in erster Linie Dinge, die ich auch zu vegetarischen Zeiten oft gegessen habe und die zufällig schon vegan sind. Gemüsepfanne mit Nudeln etwa. Oder Kartoffel-Möhren-Suppe mit Kokosmilch.

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Kartoffel-Möhren-Suppe

Die mache ich so:

500 g Karotten, 500 g Kartoffeln,1 Zwiebel, 1 Dose Kokosmilch, etwa 300 ml Orangensaft, Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer, Muskat, Tiefkühlkräuter

Zwiebel anschwitzen, Kartoffeln und Karotten würfeln und dazugeben. Mit Orangensaft und Kokosmilch auffüllen und weichköcheln lassen. Anschließend pürieren und eventuell mit Gemüsebrühe auffüllen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Salz, Pfeffer, Muskat und Kräutern abschmecken.

Viele meiner Rezepte sind wirklich simpel. Wie beispielsweise Nudeln mit parmesanfreiem Pesto und eingelegten Tomaten.

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Erdbeeren mit Zwieback und Sojamilch

 

Besonders lecker an den heißen Tagen der vergangenen Woche waren auch Erdbeeren mit Zwieback und Sojamilch.

 

 

Spannend wurde es, als das erste Mal selbstgemachte Pizza auf dem Speiseplan stand. Teig und Belag waren kein Problem. Knifflig wurde es aber beim Thema „Käse“. Im Internet hatte ich mir mal veganen Käse bestellt (den es auch in Scheiben gibt und der wirklich gut schmeckt). Der vegane Pizzakäse sieht zwar aus wie geraspelter Gouda, schmilzt aber leider so gut wie gar nicht. Bei Facebook hatte ich den Tipp bekommen, ihn mit etwas Flüssigkeit zu verrühren.

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Pizza vegan

Das fertige Ergebnis sah jedoch eher so aus, als hätte ich Kartoffelbrei auf meiner Pizza verteilt. Geschmeckt hat es trotzdem ziemlich gut.

Vegan essen – Claudia wagt den Selbstversuch

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Claudia genießt vegan.
Foto: Christof Käfer

Leben ganz ohne Fleisch, Milch und Eier – wer macht denn sowas? Unsere Kollegin Claudia Resthöft probiert es einfach aus: Einen Monat lang will sie vegan leben – und das freiwillig! Bei Koch Kurios erzählt sie von ihrem neuen Leben und räumt mit dem ein oder anderen Vorurteil auf:

Seit zwei Jahren lebe ich vegetarisch, esse also weder Fisch noch Fleisch – kurz: nichts vom toten Tier. Allerdings liebäugelte ich schon länger mit der veganen Lebensweise. Im Gegensatz zu Vegetariern ernähren sich Veganer rein pflanzlich, sie essen also auch keine Eier, keine Milchprodukte, keinen Honig. Aber schaffe ich es auch tatsächlich, auf Joghurt und Käse zu verzichten? Das will ich mit einem Selbstversuch herausfinden. Einen Monat lang lebe ich vegan.

Strategisch günstig lege ich den Beginn meines Selbstversuchs auf den Tag unseres großen Mitarbeiterfestes. Vegetarier gibt es inzwischen ja ziemlich viele, deshalb zweifele ich nicht daran, dass es eine fleischlose Alternative geben wird. Aber ist die auch etwas für mich? Vorsichtshalber nehme ich einen Apfel und Dinkelstangen mit. Doch zu meiner Überraschung kann ich mich am großen Salatbüfett richtig satt futtern.

Beim Mitarbeiterfest wartet ein reichhaltiges Salatbüffet auf mich.

Beim Mitarbeiterfest wartet ein reichhaltiges Salatbüffet auf mich.

Auf die Nudelpfanne aber muss ich verzichten – auf Nachfrage erfahre ich, dass es sich um Eiernudeln handelt. Egal, ich bin inzwischen schon so satt, dass ich selbst den Nachtisch (Rote Grütze und Obstsalat!) links liegen lasse.

Selbst ist die Frau: Salat basteln in der Mittagspause

Im Verlauf der ersten Woche stelle ich fest, dass das Dasein als Veganer  nicht so kompliziert ist, wie gedacht. Aber aufwendiger ist es schon. Mal eben in der Mittagspause ein Käsebrötchen holen ist nicht mehr drin. Stattdessen stelle ich mir meist selber einen großen Salatteller zusammen. Doch das dauert. Wenn ich mein Mittagessen fertig arrangiert habe, kommen die Kollegen bereits wieder aus dem Pausenraum raus.

Selbst auf Eis muss ich nicht verzichten, eine örtliche Eisdiele führt laktosefreies Früchtesorbet. Dass die Waffel aber vermutlich nicht vegan ist, fällt mir erst nach einem herzhaften Biss in das buttrige Gebäck auf.

Veganer Kartoffelsalat schmeckt sogar der Tante

Die nächste Herausforderung: mein erstes veganes Grillen – mit Besuch! Den gemischten Salat mache ich einfach ohne Mozzarella und das Dressing meines Kartoffelsalates besteht dieses Mal aus eifreier Mayonnaise und Soja-Joghurt. Meiner Tante fällt kein Unterschied auf.

Soja-Burger und ein abgewandeltes Kartoffelsalatrezept sorgen dafür, dass ich beim Grillen nicht hungern musste.

Soja-Burger und ein abgewandeltes Kartoffelsalatrezept sorgen dafür, dass ich beim Grillen nicht hungern muss.

Und so fällt mein Fazit nach der ersten veganen Woche durchweg positiv aus: Alles schmeckt – und hungern musste ich auch nicht.

Heute gibt’s Erdbeerbrot!

Das Lieblings-Frühstück meiner Mutter: Erdbeerbrot. Das gab`s in den Sommermonaten immer wieder sonntags. Ihr Motto: Warum mit Marmelade herumquälen, wenn man frische Erdbeeren haben kann? Als Kind habe ich Erdbeerbrot geliebt, aber seit ewigen Zeiten nicht mehr gegessen. Ein riesiger Fehler, wie ich heute Morgen feststellen musste.

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Die Zubereitung ist schlicht, aber effektiv: Eine Scheibe frisches Weißbrot (leider hatte ich nur Mischbrot da, was aber dem Genuss keinen Abbruch tat) mit Butter bestreichen, Erdbeeren in Scheiben schneiden, das Butterbrot damit belegen und dick Zucker drüber streuen. Der Clou fiel mir beim Kaffeekochen ein. Wenn man das Erdbeerbrot mit frischen Basilikumblättern und etwas Balsamicocreme aufpeppt, schmeckt`s noch besser!

Die Zauberkiste für eilige Köche

Es ist Mittwochmorgen, zehn Uhr. “Ding dong dong” macht die Tür. Der Paketpostbote steht da. Und bringt ein Versprechen: Drei Mahlzeiten und einen Nachtisch für vier bis fünf WG-Bewohner, alles tipptopp bereit zum Loskochen. Kochzauber heißt das Versprechen, beziehungsweise die Firma, die den Kochspaß anbietet. Dann schauen wir mal, was in der Kiste ist.

Kochzauber KisteDas sieht doch schon mal gut aus. Rezeptkarten, Gewürztütchen und jede Menge Grünzeug. Unter dem Rhabarber versteckt sich außer dem Brokkoli noch viel mehr Gemüse und eine Kühltüte mit Hähnchenbrust und Schweinefilet. Jetzt aber schnell zur Arbeit. Denn gekocht wird erst abends – ganz ohne Einkaufsstress.

Nach Feierabend treffen sich fünf Menschen. Drei Hobby-Köchinnen, die es kurios mögen. Ein Teenager – hungrig, aber krüsch. Und ein Mann, der vor allem satt werden will – ohne Kinkerlitzchen!

Es geht los mit dem dem ersten Fleischgericht: Hähnchenbrust…

… oh nein, nicht einfach nur schnöde Hähnchenbrust! Die bunt-praktische Rezeptkarte verspricht uns ”Feine Wellenbandnudeln an sahnigem Brokkoli-Hähnchen“. Und das in nur 30 Minuten. Tatsächlich, die Zubereitung gelingt fix und ohne Probleme – Brokkoli und Nudeln werden in Salzwasser gekocht, die Hähnchenbrüste scharf angebraten. Mit Hähnchengewürz, Sahne und sogar Mandeln, die später auf dem Fleisch verteilt werden, hat uns der Paketdienst bestens versorgt. Nur Butter, Öl und Brühe müssen wir aus der Hausapotheke zusteuern. Im Grunde wird das Geflügel mit Sahne und Co lediglich ablöscht – den Rest macht der Backofen.

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Klasse, so haben wir jetzt die Zeit, unser zweites Hauptgericht genauer unter die Lupe zu nehmen. Es trägt den stilvollen Namen “Aromatische Bärlauch-Polenta mit Kräuterseitlingen, Möhren und Frühlingszwiebeln” und verspricht vegetarischen Genuss in ebenfalls nur 30 Minuten.

Mal schauen – frische Kräuterseitlinge, Möhren, Frühlingszwiebeln, Polentagries und sogar hausgemachtes Bärlauchpesto sind in unserer Kiste zu finden. Das ist ja wie Weihnachten! Nur Milch, Salz, Pfeffer, Brühe und Butter sind nicht dabei. Macht nix. Dass wir ein paar Kleinigkeiten im Haus haben sollten, wurde uns ein paar Tage vor Lieferung per Mail mitgeteilt.

Das Gemüse ist im Null-Komma-Nichts geschnippelt und angebraten.

PolentafertigUnd trotz erst fröhlich überschäumender Milch gelingt unsere Bärlauchpolenta auf Anhieb. Schaut gut aus!

Dann können wir uns ja jetzt getrost dem Sahnehäubchen zuwenden – unserem Dessert.

 

Gebackener Rhabarber-Crumble - hört sich schon mal gut an. Wer nicht weiß, wie man Rhabarber schält, lernt es mit einem mitgelieferten Kärtchen. Mehl, Zucker und Butter haben wir zu Hause und die Haferflocken und der Zimt, die in den Teig gehören, wurden mitgeliefert. Ebenso eine riesige Bio-Orange. Und weil Crumble so etwas Feines ist, gibt es hier das Rezept in voller Länge:

Zutaten: 800g Rhabarber, eine unbehandelte Orange, 160g Zucker, 130g weiche Butter, 140g Mehl, 1g Zimt, 70g zarte Haferflocken

Zubereitung: Rhabarber waschen, schälen, in mundgerechte Stücke schneiden und in eine Auflaufform geben. Die Orange waschen, Schale abreiben und den Saft auspressen. Nun den Rhabarber mit etwas Orangenschale, -saft und 20g Zucker mischen.

Die Butter, den restlichen Zucker, Mehl, Zimt und Haferflocken in einer Schüssel zu Streuseln verkneten und über den Rhabarber verteilen.

Der Crumble braucht bei 200 Grad (Umluft) im vorgeheizten Backofen  zirka 40 Minuten.

Zeit für die beiden Hauptgerichte, die eigentlich für zwei Mahlzeiten gedacht sind.  Aber wir sind ja auch verdammt hungrig…

Also werden das Hähnchengericht und die Polenta gleichzeitig aufgetischt. Gleich gibt es Verteilungskämpfe um die vier Hähnchenbrüste. Aber Kinder, es ist doch genug für alle da…

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Teller2fertig

Und das stimmt wirklich. 500 Gramm Nudeln, reichlich Brokkoli und lecker Soße zum Hähnchen reichen auf jeden Fall für vier. Für fünf wäre es schon knapp… Aber da ist ja auch noch die Polenta – und das Dessert.

Und wie schmeckt’s? Der Teenager schlingt Fleisch und Nudeln mit der Sahnesoße herunter – und ist glücklich. Brokkoli? Muss nicht. Polenta? Lass mal!

Der Mann probiert alles – und ist begeistert. Leckeres Essen, für das man nicht einkaufen gehen muss, das in 30 Minuten fix und fertig ist – und dann auch noch so lecker! Das bekommt drei Michelin-Sterne (wobei er nie verstanden hat, warum Essen mit Autoreifen-Sternen belohnt wird).

Polenta? Ist normalerweise nicht unbedingt meine erste Wahl. Aber diese hier ist wirklich lecker und durch das Bärlauchpesto raffiniert gewürzt. Das al dente gebratene Pilz-Karotten-Frühlingszwiebel-Gemüse passt nicht nur geschmacklich gut dazu, sondern macht auch optisch was her.

Jetzt sind wir alle pappsatt. Aber Nachtisch geht immer. Und der bekommt von allen kuriosen Essern ausgesprochen viel Lob. 

Voilà! Nachtisch1-1fertigMmh…

Jetzt ist nur noch ein Gericht übrig: “Zarte Medaillons vom Schweinefilet an cremigem Kartoffel-Fenchel-Stampf und Paprika-Zuckerschoten-Gemüse”

Das muss bis zum nächsten Tag warten. Dann stehen nur noch eine Hobbyköchin und der Teenager in der Küche. Machen wir also die Hälfte. Ob das mal gut geht? Die Hälfte sind nur 100 Gramm Fleisch pro Nase. Kartoffelbrei mag der Teenager nicht, Fenchel isst er nomalerweise nicht und die Zuckerschoten sind ihm völlig fremd. Wenigstens Paprika geht immer…

Kartoffeln schälen, Gemüse putzen, Filet braten, stampfen, dünsten, servieren. Und?

Gericht 3 fertig “Super!” sagt der Teenager. Der Fenchel macht nämlich den Kartoffelbrei schön frisch – den machen wir jetzt nur noch so. Und das Gemüse will er jetzt täglich auf dem Tisch haben. Das Fleisch reicht auch, weil die Zutaten so reichlich sind. Gibt’s also alles am nächsten Tag noch einmal.

 

Unser Fazit: Die Kurios-Köchinnen beklagen allenfalls die ungewohnte Leichtigkeit des Kochens mit der zauberhaften Kiste. Das dürfte für die meisten Nutzer eines solchen Angebots aber gerade der Reiz sein. Der Preis von 64 Euro bedeutet bei vier Essern rund fünf Euro pro Kopf für ein Gericht, ein Nachtisch ist auch dabei. Man kann billiger kochen, aber für eine so schnelle wie ausgewogene Ernährung finden wir das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht schlecht.

Wer Lust hat, so eine Kiste auszuprobieren, kann sie bei www.kochzauber.de bestellen. Es gibt aber auch ähnliche Angebote, zum Beispiel bei www.hellofresh.de, die wie der Kochzauber auch deutschlandweit liefern. Nur in Ballungsgebieten, also auch im Großraum Hamburg liefern zum Beispiel www.kommtessen.de und www.schlemmertuete.de.

 

Geschmacksexplosion: Das frutarische Ostermenü

Was für ein Eiergemetzel! Nun haben wir genug gesündigt und bereiten ein Ostermenü zu, das so vegan ist, dass sogar Frutarier mitessen können. Ihr wisst nicht, was Frutarier sind? Dann empfehle ich den Film “Notting Hill” mit Hugh Grant und Julia Roberts. Bevor Hugh – alias Buchhändler William Thacker – mit Julia – alias Filmstar Anna Scott – anbändelt, wollen seine Freunde ihn verkuppeln. Er trifft einige Kandidatinnen, darunter die Frutarierin Kesiah.

Sie erklärt das Frutariertum: “Wir glauben Gemüse und Früchte besitzen eine Seele (…). Wir essen nur Dinge, die von allein von den Bäumen und Sträuchern runterfallen, weil nur die richtig tot sind.” Darauf William: “Ahh, alles klar… so ist das also… also diese Möhren hier…” Kesiah: “… sind ermordet worden!” William: “Ermordet… die armen Möhren, das ist ja bestialisch!” Und isst er fortan nur noch Äpfel und Birnen? Nein, William wird lieber mit Anna Scott glücklich.

Wir geben Kesiah noch eine Chance. Eine kleine Recherche ergibt, dass der Speiseplan gar nicht so begrenzt ist, wie anfangs gedacht. Früchte, Getreide, Hülsenfrüchte und Nüsse, sogar pflanzliche Öle und Honig sind drin. Und weil Wein ja auch irgendwie Obst ist, empfehlen wir Roten oder Weißen zum Fünf-Gänge-Menü – aber bitte fruchtig. Ein wenig Hilfe holen wir uns wieder aus Rose Elliots internationalem vegetarischen Kochbuch (Christianverlag, antiquarisch).

Also beginnen unser Ostermenü mit Hummus

Eine Dose Kichererbsen, 2 Esslöffel Zitronensaft, 1 Esslöffel Tahina (Sesampaste), 3 Esslöffel Olivenöl, Salz und Pfeffer werden püriert. Noch einmal mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. Wir träufeln noch etwas Olivenöl drüber und streuen schwarzen Sesam drüber. Dazu gibt’s Baguette und Oliven.

Mmh, wer glaubt, dass Frutarier grundsätzlich unter Mangelerscheinungen leiden, wundert sich jetzt schon, dass er nach der ersten Vorspeise ein wenig gesättigt ist. Es geht fruchtig weiter.

 

 

Zweiter Gang: Avocado auf Himbeersoße

Die Soße kann gut vorbereitet werden: Für vier Portionen nehme ich 400 g Himbeeren (frisch oder aufgetaut), püriere sie und streiche sie durch ein Sieb in den Kochtopf. 3 bis 4 Esslöffel Honig dazugeben (ganz strenge Frutarier lassen ihn weg, denn hier werden Tiere ausgebeutet!). Aufkochen, eine Minute köcheln lassen, dann abkühlen. Mit etwas Weißweinessig, einigen Löffeln Olivenöl, Salz und viel Pfeffer abschmecken.

Die Avocado – eine halbe pro Person – muss frisch auf den Tisch – halbiert, entkernt und vorsichtig geschält. Dann in Scheiben geschnitten auf der Himbeersoße anrichten und rosa Pfeffer drüber streuen.

GESCHMACKSEXPLOSION.

Ich werde Frutarier!

 

Pasta mit roter Linsensoße - Der nächste Gang ist ein Klassiker bei uns zu Hause 

300 g rote Linsen in Olivenöl anschwitzen, 1/2 Teelöffel Zimt zugeben, kurz mitdünsten. Eine Dose gehackte Tomaten und 1/2 Liter Wasser hinzufügen, aufkochen und alles zusammen rund 20 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dazu 400 g grüne Tagliatelle kochen.

Wer hat jetzt noch Angst vor Mangelerscheinungen bei frutarischer Lebensweise?

Das vitaminreiche Dessert: Obstsalat

Obstsalat kann eigentlich jeder. Diesmal gebe ich ihm einen kleinen, alkoholischen Kick für mehr frutarische Lebensfreude. Ich mische ein paar klein geschnittene Äpfel, Bananen, AnanasMelone und Feigen. Eine Zitrone und drei Orangen auspressen und den Saft mit Honig vermischen. Dann noch einen guten Schuss Cointreau dazu.

Alles vermischen und gut durchziehen lassen (gern über Nacht). Pinienkerne rösten und vorm Servieren drüberstreuen.

 

 

 

 

Was noch so vom Baum fällt: Kaffee, Kokos, Kekse

Und jetzt noch einen Espresso. Dazu gibt es Kekse und Trockenfrüchte. Kekse ohne Ei, Milch und Butter? Ja, gibt es im Bioladen. Da haben wir Dinkel-Kokos-Leckerli gefunden, die aus Dinkelschrot, Reissirup, Palmöl, Kokosflocken und Wasser gebacken sind. Dazu passt auch vergorenes Fallobst, also ein Birnenbrand zum Beispiel. Eine runde Sache.

Für immer Frutarier?

Hungrig bleiben muss der Frutarier an Ostern also nicht. Aber trotz der fünf Gänge habe ich jetzt Lust auf ein Stück Käse – und ein Osterei.

Adieu, du bunte, vitaminreiche Frutarierwelt. Ich habe in dir geschlemmt, bin aber nicht überzeugt, dass die Zwiebelernte Mord ist.